Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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der Bäume hervortrat. Dann hatte man koſtbare und prächtige Meubles dahin gebracht, mit allem Andern, was zur Ausſchmückung der Wohnung eines Reichen nothwendig iſt, und die Tapezirer wußten den lauſchen⸗ den Römern nicht genug zu erzählen von der Pracht und Eleganz, welche plötzlich da drinnen ſich eutfaltet in der vormals ſo ärmlichen Villa. Wie gern wären die Spaziergänger von Ehemals jetzt wieder zurückge⸗ kehrt in dieſen Garten, wie gern hätten ſie wieder die Villa betreten, welche ihnen früher mit ihren verlaſſenen Sälen, mit den halb zerriſſenen, von Staub beſchmutz⸗ ten Tapeten gar nicht des Anſchauens werth erſchienen war. Aber das war ihnen jetzt unmöglich gemacht worden, denn an demſelhen Tage, an welchem der neue Beſitzer den Garten betreten, hatte er mehr denn funf⸗ zig Arbeiter mitgebracht, und ſofort hatte man an allen vier Seiten angefangen, die Grenzen des Gartens mit einer Mauer zu umgeben.

Höher und höher war dieſe Mauer emporgeſtiegen, Niemand konnte darüber wegſehen, denn kein Rieſe war ſo hoch, wie dieſe Mauer, Niemand konnte ſie erklettern, denn ihre glatten Steinwände boten nicht den kleinſten Stützpunkt dar. Der Garten mit ſeiner Villa war den Römern ein Geheimniß geworden. Man hörte noch das Rauſchen der Bäume, man ſah ihre grünen Zweige im Winde ſich auf⸗ und abwärts neigen, aber was unter dieſen Zweigen und Wipfeln, was

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