Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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Welt, weder von ihren Entzückungen, noch von ihren Qualen, weder von ihrer Liebe, noch von ihrem Haß!

So dachten und ſprachen und ſannen die neugierigen Römer, wenn ſie vorübergingen an dieſer hohen Mauer, welche längs dieſes ſchönen Gartens, der früher dem Grafen Appiani gehörte, ſich hinzog. Früher hatten ſie den Garten Alle gekannt, es war eine Art öffentlichen Spezierganges geweſen, und unter den ſchattigen Laub⸗ gängen hatte manches zärtliche Liebespaar ſeine erſten Schwüre getauſcht, ſowie ſeine erſten Küſſe gefeiert. Aber ſeit vier Jahren war das Alles verändert; ein reicher Fremder war gekommen und hatte dem alten verarmten Grafen Appiani eine große Summe geboten für den Garten mit der zerfallenen Villa, und der Graf haite, trotz des Murrens der Römer, ſein letztes Beſitz⸗ thum an den Fremden verhandelt. Er hatte zu den murrenden Römern geſagt: Ihr ſeid unzufrieden, daß ich meinen Garten hingebe für Geld. Es hat Euch ge⸗ fallen in dieſen Schattengängen, an dieſen murmelnden Quellen, unter dieſen rauſchenden Cypreſſen, Ihr ſeid da ſpazieren gegangen, Ihr habt da gelacht und Euch ge⸗ freut, während ich in meiner armen zerbröckelnden Villa faß, und entbehrte und hungerte. Ich will Euch einen Vor⸗ ſchlag machen! Bringt die Summe zuſammen, welche der Fremde mir bietet, Ihr Römer, die Ihr die Spa⸗ ziergänge in meinem Garten liebt, vereinigt Euch zu einem gemeinſchaftlichen Werk. Ein jeder gebe, ſo viel

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