richtete, ob es unmöglich, dies geliebte Weſen län⸗ ger der Erde zu erhalten, dieſe Frage aber mit jener tiefen Ergebenheit in den Willen des Herrn, die auch über das Nein nicht murrt.
Stille war es ringsumher, ein erhabenes göttliches Schweigen ruhte auf Himmel und Erde, die Natur ſchien in feierlichem Ernſt dem größten Wunder ihrer ſelbſt, dem Entſchweben der Seele, das wir Sterben nennen, zu lauſchen, der Wald mit ſeinem ewigen Rauſchen und Säuſeln war ſtumm, gleichſam als halte er den Athem an, den
Ernſt dieſer Stunde nicht zu uuterbrechen, und über ihn hin in grauen Maſſen, die heitere Bläue des Himmels verhüllend, lagerten ſchwere Gewit⸗ terwolken. Maria ließ ihre großen verklärten Augen mit unendlichen Liebesblicken umherirren in der Na⸗ tur, ſich haften an der Blume und an dem Gras⸗ halm zu ihren Füßen und ſich verſenken in das verhüllende Dunkel des Waldes.
„Lebet wohl, lebet wohl,“ ſagte ſie im Geiſte den Blumen und dem Grashalm, dem Wald und dem Himmel. Dann, als ſie das Auge auf die Beiden richtete, die im ſtummen Schmerze ne⸗ ben ihr ſtanden, ſagte ſie mit Geiſt und Mund: „lebet wohl!“
Als aber Margaretha in lautes Weinen aus⸗ brach, als ſelbſt Robert ſeine Thränen nicht mehr unterdrücken konnte, ſagte ſie leiſe und flehend:
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