heute ſchon Abſchied von der Natur und der Welt, nicht vom Leben!
Wie ſich dieſer Gedanke als Ahnung bei ihr
feſtſtellte, empfand ſie einen freudigen Schmerz, ihr Antlitz ward wie das einer Verklärten, Schmer⸗ zensreichen, mit einem Lächeln reichte ſie den beiden neben ihr Stehenden die Hände hin, und ſagte leiſe:„mir ahnt, daß ich heute Abſchied nehme von hier!“ 6„O ſprich nicht ſo, nicht ſo,“ ſchluchzte Mar⸗ garetha, die Hand Mariens an ihre Lippen ziehend. „Kind meines Herzens, willſt Du nicht bei uns bleiben?“
Robert aber wandte ſich ab, um ſeine Thrä⸗ nen zu verbergen; er konnte Marien nicht wider⸗ ſprechen, denn der Arzt, den er aus dem nächſten Städtchen gerufen, hatte ihm geſagt, daß Maria dieſen Tag nicht überleben werde.
Maria ſah ſinnend zu der Roſe nieder, die ſie in der Hand hielt und in deren leichten Blät⸗ tern der Wind zerrte und ſtieß, bis ein Blatt nach dem andern ſich löſete und ſie nichts mehr in der Hand hielt, als den entblätterten Stiel.
Maria nickte leicht mit dem Kopfe, und den weiter wehenden und im Winde ſpielenden Blättern nachblickend, ſagte ſie:„ſeht jeht, da fliegen ſie hin, einzeln und zerſtreut treiben ſie in dem All umher, um zu vergehen in das Nichts, aus dem
ſie entſproſſen. Der Wind war das feindliche Ele⸗


