Teil eines Werkes 
9. Theil, Rebekka : 2. Band (1860)
Entstehung
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nete die, die ihm fluchten, und that wohl denen, die ihn haßten und verfolgten?

Wie Margaretha ſo ſprach, richtete ſich Re⸗ bekka langſam und wie verklärt empor, und mit einer Stimme, die zitterte von der Macht innerer Bewegung rief ſie begeiſtert:ja, mein Gott und Vater, ja, ich bin eine Chriſtin! Ich habe den Heiland gefunden in Dir, heilige Natur! Lang⸗ ſam ſank ſie zurück, die Röthe wich von ihren Wangen, ſie lehnte das Haupt zurück und athmete ſchwer.

Sie drückte haſtig ihr Tuch an ihre Lippen, und als Margaretha ſich über ſie neigte, bange und fragend, ſah ſie das weiße Tuch plötzlich ſich röther und röther färben. Dann ergoß ſich in Strömen das Blut aus Maria's Munde und übeyfluthete ihren Buſen und ihr weißes Gewand. Maria aber lag beſinnungslos in den Armen der weinen⸗ den Margaretha.

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