Teil eines Werkes 
9. Theil, Rebekka : 2. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

drückte ſie an ihre Lippen, und ihre e roll ten darauf hernieder.

Du weinſt, mein Kind? fragte Margaretha und doch erzitterte auch ihre Stimme in Rührung. Maria aber zog ſie feſter an ſich, und rief laut: muß ich nicht weinen vor Glück, vor Luſt? O Ihr, die ich Euch eine Fremde war, Ihr habt. mich an Euer Herz genommen mit himmliſchem Erbarmen, Ihr habt mich nicht von Euch geſtoßen in meinem Jammer, mich nicht zurückgewieſen in die öde, kalte Welt. O laßt mich bei Euch eine Heimath finden, laßt mich Euer Kind ſein, Eure Liebe macht mich ſo glücklich!

Und das alie Ehepaar, ſo jung in Liebe, ſo lebenskräftig im Empfinden, umſchlang die Wei⸗ nende, Zitternde, und während Margaretha ſprach⸗ los an ihrem Halſe hing, ſagte Robert feierlich und ernſt:ja, wir wollen Dich lieben, Kind, lieben wie unſre Tochter. Der Schmerz des Le⸗ bens ſoll Dir nicht folgen in dieſe neue Welt, und der Kummer nicht an Deinem Herzen nagen in dieſer Stille und in dieſem Frieden! Schlage die Augen auf, Tochter, und blicke um Dich, biſt in dem großen Tempel Gottes, in ſeinem heiligen Reiche! Wollen wir denn unſer Herz zu ihm erheben, und beten ein Dankgebet für das Glück dieſer Stunde!

Maria aber erhob ſich in feierlichem Ernſte und rief, wie begeiſtert:ja beten! Ich habe