ſelbſt das Nicken der vom Winde bewegten Blu⸗ men war ihr wie ein inhaltsvoller, himmliſcher Gruß der Natur und des Lebens,— Maria em⸗ pfand die Schönheit und Fülle des Daſeins, den erquicklichen Frieden in der Natur und die Wonne der Geneſung.
Und als ſie ihre vom Schauen und Empfin⸗ den trunkenen Augen mit einem Blick, in dem ihre ganze Seele lag, auf die wandte, die ihr zur Seite ſtanden mit fromm gefaltenen Händen, als ſie empfand, daß dieſe edlen Menſchen für ſie ihr Gebet zu dem großen Geiſt der Natur er⸗ hoben, da ſtürzten Thränen aus ihren Augen und ſie ſtammelte:„Wie dank' ich Euch, daß ich lebe!“
Margaretha drückte ſie innig an ihr Herz, und erwiederte mit wahrer Mutterliebe die ihr ge⸗ ſpendeten Zärtlichkeiten. Dann aber in jenem Selbſtbezwingen um Anderer willen, das der Kern der wahren Liebe iſt, ſetzte ſie mit Robert den von dem Diener herbeigeſchafften Lehnſeſſel zurecht, und bettete Marien ſorgſam hinein. Robert, der ehrwürdige Greis, deſſen Silberhaar Maria an ihren Vater gemahnte, ſchob mit eigener Hand das Fußkiſſen unter ihre Füße, und ſie dankte ihm mit einem Lächeln.
Als Margaretha ſie dann mit leichter Decke umgab, und in ſorgſamer Geſchäftigkeit um ſie bemüht hier etwas ordnete, dort ein Kiſſen zu⸗
recht rückte, faßte Maria plötzlich Hand,


