ſchön und bleich wie eine zerſtürmte Lilie entgegen, und reichte ihnen mit unausſprechlichem Blicke ihre Hände hin.
„Dank, Dank für Eure Liebe, Eure Wohl⸗ that!“ hauchte ſie kaum hörbar aus bewegter Bruſt hervor und neigte ſich Margarethens Hand zu küſſen. Robert zog ſie ſanft zurück.„ Nicht hier, nicht hier! Laßt uns hinabgehen in den Gar⸗ ten, dort wollen wir vereint dem Herrn unſern Dank darbringen!“
Sorgſam faßte er Mariens Arm, Margaretha umfing ſie ſtützend von der andern Seite, und langſam, geſtützt und geleitet von dem liebevollen Ehepaar, gingen ſie die Treppe hinab.
Da ſtand die alte Dienerin, in Thränen zer⸗ fließend vor Frende über die Geneſung der kran⸗ ken Fremden, die ihr in kindlich einfachem Sinn durch ihre Krankheit ſo lieb geworden, da kam der alte Diener mit dem ſilberweißen Haar, um die Hand der Fremden zu küſſen, die ihm ſo theuer war, weil er wußte, daß ſein Herr ſie ſo liebte, und innigſtes Mitgefühl leuchtete Marien entgegen aus den Blicken der Fremden.
Sie konnte nicht ſprechen, nur ſtumm mit dem Kopfe nicken und lächeln, wie in unendlichem Glücke; ſie fühlte, mit dem erſten Worte würden auch ihre Thränen hervorbrechen. Ueber den zierlich mit Sand geſtreuten Hausflur trat man in den klei⸗ nen Garten; die Magd und der Diener waren


