Teil eines Werkes 
9. Theil, Rebekka : 2. Band (1860)
Entstehung
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Böſenberg's Augen richteten ſc mit einem ſtechenden, prüfenden Blicke auf das Mädchen, dann neigte er ſich dichter an ihr Ohr und flü⸗ ſterte:willſt Du mit mir gehen, Maria?

Sie ſchreckte zuſammen, blickte mit dem Aus⸗ druck der Verwunderung und des Erſtaunens ihn an, und ſagte leiſe:mit Ihnen? Als aber ihre Augen denen Böſenberg's begegneten, ſenkte ſie erröthend ſie nieder vor dem glühenden und leidenſchaftlichen Ausdruck ſeines Blickes.

Ja mit mir, wiederholte Böſenberg, und zog das Mädchen näher an ſich.Willſt Du mein Weib ſein? fragte er ſodann, und Ernſt und Demuth war aus dem Ton ſeiner Stimme gewichen, es lag nur Leidenſchaft und Glut darin.

Rebekka aber ſenkte kraftlos ihr Haupt an ſeine Schulter und leiſe drängten ſich ein paar Thränen aus den geſenkten Augen hervor.

Böſenberg neigte ſich über ſie, und küßte ihr die herabfließenden Thränen von den Wangen weg und fragte wieder:willſt Du mein Weib ſein und mir folgen?

Rebekka richtete ſich aus ſeinen Armen auf, ſie ſah ihn groß und feierlich an, und ſagte mit vor Bewegung zitternder Stimme:was könnte ich Ihnen, dem Freund und Lehrer meiner Seele, verweigern? Sie haben mir ein neues Leben ge⸗ geben, wohlan, ſo nehmen Sie denn zum Dank dafür dies ganze Leben hin!

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