Teil eines Werkes 
9. Theil, Rebekka : 2. Band (1860)
Entstehung
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O mein Vater, rief Rebekka mit frommem Händefalten und himmelwärts gerichtetem Blick, wie gnädig iſt der Himmel, daß er mir in Ih⸗ nen einen ſo weiſen und edlen Berather und Freund gegeben, der alle meine Irrthümer läutert, und meine Unwiſſenheit zum Verſtändniß auflöſet. Verlaſſen und rathlos wäre ich ohne Sie!

Sprechen Sie nicht ſo, Maria, ſagte Böſen⸗ berg leiſe,es ſchmerzt meine Seele, denn ich werde Sie dennoch verlaſſen müſſen. Der Herr hat ſeinem unwürdigen Diener eine andere Stelle angewieſen in ſeinem Weinberg, und ich muß gehen, ſeinen Befehl zu erfüllen.

Rebekka faßte ſeine Hand,Sie wollten uns verlaſſen? fragte ſie heftig.O nein, mein Vater, Sie können, Sie wollen es nicht!

Ich muß, Maria, denn ich gab mein Wort, und bewarb mich ſelbſt um dieſe Stelle!

Und warum thaten Sie das? fragte ſie ſchmerzvoll.Dachten Sie nicht daran, wie ſehr wir Alle hier Ihrer bedürftig ſind?

Ich hoffe dort beſſer wirken zu können in meinem heiligen Berufe, antwortete Böſenberg.

Wohin gehen Sie? fragte Rebekka.

Nach einer der größten Städte Norddeutſch⸗ lands.

Alſo wirklich fort! ſagte Rebekka in ſich

hinein, und ſenkte traurig das Haupt auf ihre

Bruſt.