auf das Haupt der jungen Chriſtin, und gab ihr den Namen Maria von Bellmann, denn die Ba⸗ ronin hatte zugleich an dieſem Tage ſie zu ihrer Adoptiv⸗Tochter erklärt.
Einen Augenblick zuckte Rebekka zuſammen bei dieſem Namen, und die Erinnerung durchfuhr wie ein Schmerzensſtich ihre Bruſt, aber ſchnell ging es vorüber, denn die ernſte nun folgende Feier⸗ lichkeit nahm ihre ganze Seele in Anſpruch.
Wieder begann die Orgel, ſang die Gemeinde, am Altare ſtand der Prieſter und ſegnete das Brod und den Wein. In inbrünſtigem Gebete
kniete Rebekka, ihre ſehnenden Blicke auf den Al⸗ tar gerichtet, mit zitternden Lippen und von in⸗ nerer Bewegung gerötheter Wange. Der Prieſter trat zu ihr hin, die Schale mit dem heiligen Brode in der Hand!„Nehmet hin, und eſſet, denn es iſtmein eib Er reichte die heilige Speiſe ihr dar, und Re⸗ bekka empfing in heiliger Begeiſterung und uner⸗ ſchütterlichem Vertrauen das Brod, das ihr in Wahrheit der Leib Chriſti war, nicht ihn bedeutete, der Leib Chriſti, der in ihr auferſtehend eine Auf⸗ erſtehung ihres Fleiſches und eine Wiedergeburt ihres Geiſtes ihr ſchuf.„Nehmet hin und trinket!“ Und Rebekka's Lippen ſogen ſich feſt an dem heiligen Kelche, aus dem ſie in Wahrheit das Blut ihres Heilandes ſich trank, und nicht mehr den Wein, der es bedeuten ſollte, und gleich wie mit
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