Teil eines Werkes 
9. Theil, Rebekka : 2. Band (1860)
Entstehung
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ſie zum Altare hin, und ſank nieder auf ihre Knie.

Da, mit feierlichem, herzerſchütterndem Klange, begann die Orgel, durchſtrömten die Töne eines heiligen Chorals den Raum, und jeder Klang zit⸗ terte wieder in Rebekka's Herz. Ein unendliches Weh und zugleich eine ſelige Zuverſicht und Freude trat in ihre Bruſt, langſam rann Thräne nach Thräne aus ihren Augen hervor und über die Wange hinab, aber es war das Weinen der Freude, jener Freude, die erhaben über alles Wort und allen Gedanken, nur in Thränen und Händefalten eine Sprache hat, und allem Irdiſchen abgewandt, war ihre Seele bei Gott. Und als nun die ganze Gemeinde im Geſang ihre Stimme erhob und die Töne mächtiger und voller dahin brauſeten, em⸗ pfand Rebekka eine nie geahnte Seligkeit.

Der Geſang verſtummte, mit vor Freude zit⸗ terndem Herzen lauſchte Rebekka Böſenberg's Worten.

Glaube und Vertrauen, auch nicht eine Spur des Zweifels war in ihr, und als jetzt der Prie⸗ ſter ſie aufforderte, ihr Glaubensbekenntniß abzu⸗ legen, that ſie es mit klarer, voller Stimme, mit Begeiſterung und Entzücken in den ſchönen Zügen. So tritt denn näher, ſagte der Prieſter, ich nehme Dich auf, im Namen Gottes, in die Gemeinſchaft der Chriſten. Rebekka ſchwebte näher heran, kniete auf den Stufen des Altars, und mit feierlicher Segnung legte der Prieſter die Hand