Der Wagen hielt an der Kirchthür, zitternd, bleich wie eine Lilie ſtieg Rebekka aus, ihre Füße trugen ſie kaum noch, und ſie mußte ſich auf den Arm ihrer Tante ſtützen, um nur nicht umzuſinken.
Sie traten in die Kirche. Tiefes Schweigen herrſchte ringsumher, durch die hohen Gitterfenſter drang nur ſpärliches Tageslicht ein, die hohen Hallen nur zu einem matten Dämmerlichte erleuch⸗ tend, das dem Ganzen etwas Finſteres und Trü⸗ bes verlieh. Hin und wieder nur ſaßen in den Betſtühlen einzelne Perſonen mit dem Gebetbuch in der Hand, und ſo lautlos war Alles, daß man deutlich das Kniſtern des Sandes unter ihren Füßen vernahm, als Rebekka mit der Baronin den Gang hinaufging, um in den vergitterten Betſtuhl zu treten, und dort den Anfang der Cere⸗
monie zu erwarten.
Bald aber zündete der Kirchendiener die Lich⸗ ter am Altare und die Kronleuchter an, und ſtrah⸗ lendes Licht durchſtrömte die Halle, die Bänke hatten ſich indeß mit Zuſchauern gefüllt, und im langen Talar trat der Prieſter an den Altar.
Feierlich erklaug vom Thurm herab das Läu⸗ ten der Glocken, und durchtönte wunderbar die hohe geräuſchloſe Kirche. Jetzt ſchwieg es, und
aus dem Betſtuhl trat Rebekta. Eine himmliſche Freude leuchtete aus ihrem Geſichte, ihre ganze Geſtalt erſchien größer, er⸗ habener; wie von Begeiſterung getragen ſchwebte


