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der Macht des Feuers fühlte ſie ein neues wieder⸗
gebornes Leben und Blut durch ihre Adern ſich ergießen, das Blut und das Leben des Heilands, deſſen Leib ſie gegeſſen aus geweihter Schale, deſſen Blut ſie getrunken aus geheiligtem Kelche.
Was ſie mit menſchlichen Sinnen nicht hatte faſſen, mit menſchlichem Verſtande nicht hatte durch⸗ dringen können, das ward ihr klar und verſtänd⸗ lich, ward ihr feſte Ueberzeugung in dieſem Mo⸗ mente des begeiſterten Schauens, der himmiliſchen Eingebung.
Das Blut des Herrn hatte ſie getrunken, ſei⸗ nen Leib empfangen, und ſie fühlte in ſich neues Leben erſtehen, Chriſtus war in ihr, Chriſtus, der Heiland hatte ihren Leib geſegnet und ihr Fleiſch verklärt, ſein Blut durchſtrömte ihre Adern, und ſie ward ſich ſelbſt eine Geheiligte und Ge⸗ reinigte!—
Die Ceremonie war zu Ende und Maria ver⸗ ließ am Arm ihrer Tante die Kirche. Unaus⸗ ſprechliche Wonne leuchtete aus ihren Blicken; in ihrer Wohnung angekommen, umfaßte ſie die Tante, und rief mit vor innerer Bewegung ʒit⸗ ternder Simme:„Heil mir, meine Mutter, Heil mir, ich bin eine Chriſtin!“


