Teil eines Werkes 
8. Theil, Rebekka : 1. Band (1860)
Entstehung
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Lehre angehört, und Chriſt ſeine fleiſchlichen Ge⸗ lüſte zum Opfer bringt, kann in das Himmelreich kommen!

So ſprechend faltete er die Hände, und ſein erhobener Blick ſchien ſich in den Him⸗ meln zu vertiefen. Rebekka ſchwieg in frommer Ehrfurcht, die Baronin aber fragte ruhig:und wann, Herr Prediger, ſoll der Unterricht beginnen?

O laſſen Sie es bald ſein! flehte Rebekka.

Heute noch, antwortete Böſenberg.Laſſen Sie mich denn heimgehen und in demüthigem Gebete den Segen des Herrn erflehen, daß er mich erleuchte und die Zunge ſeines Knechtes fähig mache, Ihre Seele zu retten vom Verderben und Unglauben. In einer Stunde kehre ich zu⸗ rück, und der Unterricht mag beginnen!

Er verneigte ſch, und verließ unhörbaren Schrittes das Zimmer.

Mit geſenktem Haupte und demüthig jeden Vorübergehenden grüßend, ſchritt er über die Sh dahin in ſeine Wohnung.

Kaum aber hatte die Thür ſeines Siiner ſich hinter ihm geſchloſſen, als der heilige und demüthige Ausdruck aus ſeinen Zügen verſchwand. Ein ſpöttiſches Lachen ertönte von ſeinen Lippen, ſeine kleinen Angen leuchteten und blitzten in hä⸗ miſcher Frende, und er murmelte vor ſich hin: Wieder ein neues Schäflein zu der großen Heerde! Das Weib aber iſt ſchön und könnte mein Herz