Teil eines Werkes 
8. Theil, Rebekka : 1. Band (1860)
Entstehung
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Ich danke Ihnen, ehrwürdiger Herr, ſagte Rebekka freudig,laſſen Sie uns alſo beginnen!

Vorerſt aber laſſen Sie mich eine Frage an Sie thun, zu der ich, als der Diener und Bote Gottes ein Recht habe, erwiderte Böſenberg. Es ſtehet geſchrieben: Viele ſind berufen, aber Wenige ſind auserkoren, und wiederum ſagt die heilige Schrift: Du ſollſt den Namen des Herrn Deines Gottes nicht mißbrauchen. Mißbrauch aber iſt es, wenn wir um irdiſcher Zwecke willen den Namen des Herrn gebrauchen. Darum frage ich Siè, als der irdiſche Geſandte Gottes, als der Diener der Kirche, haben keine irdiſchen Zwecke Sie zu dieſem Entſchluſſe geleitet?

Keine! antwortete Rebekka feſt.

Geſchah es nicht um einer ſündigen, fleiſch⸗

lichen die die Kinder dieſer Welt kiehe

benennen, daß Sie den Entſchluß faßten, zu der heiligen, chriſtlichen Religion ſich zu bekennen? fragte Böſenberg, und einen Moment richteten ſich ſeine Augen mit einem lauernden Ausdruck auf Rebekka.

Eine flüchtige Röthe bedeckte ihre Wangen, und es zuckte ſchmerzlich um ihre Lippen. Dann ſagte ſie feſt:Gott weiß, daß es nicht darum

iſt, ſondern, weil ich glaube, nur als eine Chri

ſtin zu Gott zu kommen.

Sie haben Recht mit dieſem Glauben,

wortete der Prieſter,nur wer der chriſtlc

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