und die Baronin murmelte leiſe:„nun alſo iſt es entſchieden!“
„Mir wird auf einmal ſo bange,“ flüſterte Rebekka,„es iſt mir, als ſolle das Geſchick mei⸗ nes ganzen Lebens jetzt entſchieden werden.“
„Auch iſt es ſo,“ antwortete die Tante,„wohl Dir, wenn es zu Deinem Heil ſich entſcheidet!“
„Gewiß wird es das,“ ſagte Rebekka,„aber horch,“ ſetzte ſie athemlos hinzu,„es iſt, als höre ich Schritte, ja, ja, gewiß—“
Da klopfte es an die Thüre, ſie öffnete ſich, und der Erwartete trat ein.
Es war ein langer hagerer Mann von einigen dreißig Jahren, ſein blondes Haar, in der Mitte geſcheitelt, hing zu beiden Seiten der niedrigen breiten Stirne und der bleichen Wangen herab, ſeine waſſerblauen Augen, unter buſchigen Brauen, pflegte er entweder himmelwärts zu richten oder beſcheiden zur Erde zu ſenken, ſelten heftete er ſie auf Menſchen, und wenn es geſchah, glaubte man in ſeinem Blick etwas Heimtückiſches und Lauern⸗ des zu finden. Die geſtutzte Naſe und die auf⸗ geworfenen Lippen widerſprachen den frommen, heiligen Blicken, und deuteten eher auf ein Welt⸗ kind, als auf einen Heiligen.
Doch war Böſenberg ein Heiliger, wer hätte das ſeiner demüthigen Rede, ſeinem geſenkten Auge und ſeinen faſt immer gefaltenen Händen nicht glauben wollen. 5
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