Teil eines Werkes 
8. Theil, Rebekka : 1. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

149

empor, und ſagte bittend:nun aber, theuerſte Tante, bitte ich Dich innigſt, mir heute, ja ſo⸗ gleich einen Lehrer und Prediger rufen zu laſſen, daß er mich die heiligen Lehren ſeiner Religion kennen lehre.

Und welcher Religion willſt Du Dich an⸗ ſchließen?

Der chriſtlichen, meine Tante, die Form gilt gleich. Du biſt Proteſtantin, nicht wahr?

Die Baronin bejahete es.

So will auch ich eine Proteſtantin werden, fuhr ſie fort. e zu dem Prediger Böſenberg, der vor einigen Tagen bei uns war, ich habe Ver⸗ trauen zu ſeinem frommen und heiligen Weſen.

Ein ſpöttiſches Lächeln umzog einen Augen⸗ blick der Baronin Lippen, und ſie ſagte:zu die⸗ ſem möchte ich Dir am wenigſten rathen. Er ge⸗ hört zu den Frommen!

Um ſo mehr wird er mich lehren fromm zu beten, antwortete Rebekka,ich bitte Dich, Tante, laß ih n mir rufen!

Wie Du wrillſt, erwiderte dieſe ſenßzent⸗ klingelte, und befahl ſodann dem eintretenden Die⸗ ner ſogleich zum Prediger Böſenberg zu gehen, und ihn zu ihr zu bitten. Der Diener ging, und Rebekka küßte dankbar der Tante Hand.

Dann ſchwiegen Beide, und als bald darauf der Diener zurückkehrend meldete, der Herr Pre⸗ diger folge ihm auf dem Fuße, erbleichte Rebekka,