ſenkte, traf ihr Auge das an einem Seitenaltar hängende Bild Chriſti. Die Dornenkrone bedeckte das bleiche Haupt des Erlöſers, Blutstropfen ran⸗ nen die Schläfe hinab, aber das verklärte Auge war nach oben gerichtet und ein fanftes Lächeln umzog den Mund.
Und wie ſie ſchaute un ſchaute, ſchien ihr
das Bild zu leben und zu athmen, war es ihr
Wahrheit und Wirklichkeit, und ſie ſagte in ſich ſelber:„ja Du, Du biſt der Erlöſer, o erlöſe auch mich!“
Es zog ſie wie mit unerklärlicher Gewalt hin zu ihm, den ſie in ſich ſelber nun auch ihren Erlöſer nannte, und als jetzt die Menſchen Alle ſich aufrichteten, der Prieſter den Altar verließ und eins nach dem andern im Vorübergehen erſt noch vor dem Chriſtusbilde niederkniend von dan⸗ nen ging, da richtete auch Rebekka ſich auf von
ihren Knien, und mit dem Blick der Begeiſterung,
mit verklärten Zügen, kaum mit dem Fuße den Bo⸗ den berührend ſchwebte ſie jenem Altare zu, ſank
ſie auf den Stufen deſſelben nieder, blickte hin auf
das Bild im leiſen, heiligen Gebete.
Still und ſtiller ward es um ſie her, Wieſte und Volk hatten die Kirche verlaſſen, die Lichter waren ausgelöſcht und ſchaurige Duntelheit war ringsum.
Rebekka aber lag noch immer im Gebete zu den Stufen des Altars, yr Flehen ward inbrün⸗
Rebekfa. I.


