Teil eines Werkes 
8. Theil, Rebekka : 1. Band (1860)
Entstehung
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ſtiger und heißer, und faſt laut betete ſie jetzt: o Du, Gott oder Chriſtus, der Du im Himmel biſt und auf Erden, Du, an den ich glaube, den ich weiß, Du, der Du die Liebe biſt und das Erbarmen, Heiland der Welt, höre, o höre mein Flehen. Meine Seele iſt zerriſſen, Du wirſt ſie heilen, mein Herz blutet, Du wirſt es ſtillen. O. Du, Vater und Sohn, lehre mich Deinen Willen thun, lehre mich beten, wie Du willſt, daß man zu Dir bete, und reinige mein Herz vom falſchen Glauben. Ich habe Dich erkannt in Deiner Liebe und Deiner Herrlichkeit, ſo nimm mich, nimm mich auf zu Deinem Kinde, ſei mein Erlöſer und Heiland!

Dann richtete ſie ſich auf und blickte, wie aus einer höhern Welt herabſteigend, umher. Die Dunkelheit und Stille erſchreckte ſie nicht.

Gott iſt bei mir, flüſterte ſie, verließ lang⸗ ſam die Kirche und ſchritt ſinnend über die Straße und durch den Garten in ihr Gemach zurück.