„O Robert, ich that es aus Liebe zu Dir,— und was hatte dieſe Täuſchung mit unſerm inner⸗ ſten Weſen zu theilen?“
„Viel,“ ſagte Robert ſpöttiſch lächelnd,„Re⸗ bekka Jakob würde ich nie geliebt haben, und ich mußte mich an der Jüdin rächen.“
„Du biſt ein elender Menſch,“ antwortete ſie verächtlich.„Ich hoffe, es wird noch ein Tag kom⸗ men, an dem ich mein Schickſal preiſe, daß es mich endlich Dich erkennen lehrte, da es noch Zeit war. — Laſſen Sie uns enden,“ ſagte ſie dann, plötz⸗ lich von der Weichheit zu einer feſten Haltung übergehend.„Hinfort ſehen wir uns nie wieder, unſere Wege ſind geſchieden.“
„Das hoffe ich,“ ſagte Robert kalt.„Ich habe
nichts gemein mit der Jüdin!“ Sie ſah ihn verächtlich an.„Ich möchte nicht eine Religion theilen, die ſolches Gewürm unter ihre Jünger zählt. Aber nein, ich will die Re⸗ ligion Chriſti nicht ſchmähen, Du aber,— Du biſt kein Chriſt, und die Jüdin verachtet Dich.— Laſſen Sie uns jetzt ſcheiden!— „Beliebt es Ihnen,“ antwortete Robert mit ironiſcher Höflichkeit,„mir die Thüre zu öffnen!“ Rebekka erbebte vor dem grauſamen Ton ſei⸗ ner Stimme, ſie ſeufzte ſchwer, und wandte ſich ab, die hervordringende Thräne zu verbergen. Dann ſchritt ſie zur Thür und öffnete dieſe.


