Leben vergiften? Erzitterteſt Du nicht mindeſtens in Deiner feigen Seele vor der Nache die ich an Dir üben mußte? Glaubteſt Du, daß Dein Ver⸗ rath nicht entdeckt würde? Du kennſt mich, und Du hätteſt wiſſen ſollen, daß ich die mir an⸗ gethaene Schmach mit Deinem Blut abwaſchen müßte!“—
Ihre Stimme war furchtbar, als ſie ſo ſprach, der Dolch drückte ſich feſter in Robert's Hals, daß einzelne Tropfen Blut hervorquollen.— Rebekka gewahrte es, die Natur des Weibes, ſo lange un⸗ terdrückt, erwachte plötzlich mit doppelter Gewalt in ihr, ſie bebte, ſie ſeufzte ſchwer, und plötzlich zurücktretend, nahm ſie den Dolch, und ſchleuderte ihn von ſich, daß er klirrend durch die b fuhr, und im Garten niederfiel. 4
Dann wandte ſie ſich zu Robert, der indeß ſich aufgerichtet, und mit ſeinem Tuche das Blut von der leichten Wunde trocknete.
Sie ſah ihn an, lange und wehmuthsvoll, ihr Athem ging bang und ſchwer, das Weib ſiegte in ihr, und plötzlich entſtürzten Thränen ihren Augen.„Mußteſt Du ſo an mir handeln, ſagte ſie mit herzzerreißendem Klagetone, hatteſt Du für alle meine Liebe nichts als den Verrath und Betrug?“
„Auch Du hatteſt mich betrogen,“ antwortete Robert trotzig,„indem Du, eine Jüdin, als ein chriſtliches Fräulein Dich benennen ließeſt.“


