Teil eines Werkes 
8. Theil, Rebekka : 1. Band (1860)
Entstehung
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von ihnen, damit ſie nichts wiſſe von der Welt und den Menſchen. Er gab ihr die beſten Lehrer

ſeines Stammes, und nur durch dieſe ſollte ſie

erfahren von der Welt, um dann einſt mit freien und ungetrübten Blicken die Verhältniſſe des Le⸗ bens zu überſchauen, und ſie ſich anzuſchmiegen,

nicht aber ihnen ſich zu unterwerfen. Jakob be⸗ ſaß einen unermeßlichen Reichthum, und, gleich⸗ ſam um Rebekka zu entſchädigen für die Entbeh⸗ rungen, die ſeine Grundſätze ihr auferlegten, und die nothwendigen Conflicte, die ihre traurige Geburt herbeiführte, beſonders in einer Stadt, wie Krakau, wo wie ſonſt nirgends, die Juden ein verachtetes und geſchmähtes Daſein haben, überhäufte er ſein Kind mit aller Pracht und allem Ueberfluß des Reichthums, vielleicht auch in dem dunkeln Be⸗ wußtſein, daß es in ſeiner Macht ſtände, das Le⸗ ben ſeiner Rebekka von außen angeſehener und freudvoller zu machen, und daß er niemals ſich dazu entſchließen konnte. Jakob nämlich hing mit jenem Eigenſinn, der nur zu häufig die Folge des Leidens und der Bedrückung iſt, an ſeiner Tracht, an dem langen Kaftan und über die Bruſt herab⸗ hängenden Barte, und das Geſetz Krakaus, in dem er lebte, bannte ihm demzufolge in das Ju⸗ denviertel der Stadt, dem Kaſimircz, in die ver⸗

achtete, nur im Nothfalle von Chriſten betretene Gegend, wo aller Schmuz und alle Gemeinheit

der niedrigſten des jüdiſchen Volks ſich gehäuft, wo Rebekka. I. 2