I. Rebekka.
Welche Gedanken, welche Gefühle beſtürmten Rebekka's Herz auf der einſamen Fahrt, wie ſehnte ihre Seele ſich nach ihm, dem Geliebten, den ſie
in ſo vielen langen Tagen nicht geſehen, den ſie überhaupt nur drei Mal geſprochen, und an den ſie doch glaubte für das Leben gefeſſelt zu ſein. Nicht Ein Gedanke erinnerte ſie an ihren Vater, den ſie täuſchte, dem ſie für ſeine Liebe keinen andern Lohn gab, als den Verrath. O wie hatte aber der Greis das Mädchen, das Kind ſeiner Eſther geliebt, und wie war ſie die Sonne ſeines Lebens geweſen von der früheſten Jugend an, ſie, deren Geburt dem Weibe, an dem er, der Greis, mit der Liebe eines Jünglings gehangen, das Le⸗ ben gekoſtet! So war Rebekka aufgewachſen, ein⸗ ſam, ohne Mutter, ohne Geſpielin; denn Jakob, vermied es ſorgfältig, ſie mit Kindern Anderer zuſammenzubringen, damit ſie nichts lerne


