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„Aber Kind, woher weißt Du, daß er das iſt?“ 8
„Ich habe es in ſeinen Augen geleſen!“
„Die Augen, Rebekka, die Augen der Chri⸗ ſten täuſchen gar oft! Du ſollteſt ihnen nicht vertrauen!“
„Abigail,“ antwortete Rebekka, und hob wie verklärt das Auge gen Himmel,„Abigail, dieſer täuſcht mich nicht. Gott hat ihn mir geſandt, das iſt mein heiliger Glaube, und warum ſollte Gott dies Gefühl der Liebe in meine Seele ge⸗ legt haben, wenn es nicht zu meinem Heil wäre.“
„So ſpricht man immer, wenn man liebt!“ ſagte Abigail.„Aber, Rebekka, haſt Du mir nicht verſprochen, mir zu erzählen, wie Du ihn kennen lernteſt? Sieh, es iſt noch eine Stunde Zeit, ehe Du nach Lobzow gehen kannſt, erzähle es mir heute.“
„Ja, das will ich,“ erwiderte Rebekka,„da kann ich die lange, ſchleppende Zeit mir doch ver⸗ kürzen durch das Denken an ihn.“
So ſprechend, ſetzte ſie ſich auf den Divan,
und winkte Abigail, neben ihr Platz zu nehmen.
„Es ſind heute gerade vier Wochen,“ ſagte ſie,
„als ich meinen Vater bat, mir zu erlauben, daß ich einen Spaziergang mache, ganz einſam und allein. Der Vater gab endlich meinen Bitten nach, obgleich, wie Du wohl weißt, er es ſonſt
nicht liebt, wenn ich die Einſamkeit ſuche. Ich
lſo hinaus nach Lobzow, ließ den Wagen
„
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