Ihre Arme ſanken herab, matt lehnte ſie das Haupt auf die Bruſt, und nur das langſame Steigen und Fallen ihres Buſens verrieth, daß noch Leben in dieſer bewegungsloſen, bleichen Geſtalt.
Plötzlich aber ſchreckte ſie zuſammen, und hob horchend das Haupt, denn vor ihrer Thüre hatte ſie Tritte vernommen, und athemlos ſtarrte ſie dorthin. Zetzt ward an die Pforte geklopft.— Rebekka flog empor, ſchob den Riegel zurück. Aber ehe ſie die Pforte öffnete, fragte ſie mit bebender Stimme:„biſt Du's, Abigail?“
„Ja,“ antwortete die Gefragte, und trat ins Zimmer,„ja, Rebekkchen, ich bin es, und ich bringe Dir gute Botſchaft.“
Rebekka's Geſtalt erbebte, ſie hob beide Arme empor, mit ſo glänzenden, freudeſtrahlenden Blicken, als ſtände der Geliebte ihr gegenüber, und ſie wolle ihn eſe in heißer Umarmung.„Gute Botſchaft,“ rief ſie mit voller frendiger Stimme, „o Abigail, iſt er da?“
Die Alte nickte.„Vor einer halben Stunde,“ ſagte ſie,„ritt er ins Florianerthor.“
„Und ſah er Dich?“ fragte Rebekka hnſiig, und faßte der Alten Hand.
„Er bemerkte mich ſogleich,“ antwortete die Alte,„und er ritt zu mir heran, und fragte, ob ich ihm nichts zu beſtellen habe von ſeiner Maria.“


