Teil eines Werkes 
8. Theil, Rebekka : 1. Band (1860)
Entstehung
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verſtorbenes Weib, hatte Recht, es war nicht gut, dem Mädchen eine ſo freie Erziehung zu geben.

Sagt lieber, antwortete Rebekka, und ſtand auf,ſagt lieber, es war ein Glück! Denn Ihr lehrtet mich denken und empfinden, lehrtet mich verſtehen und begreifen. O mein Vater, iſt denn die Zeit der Knechtſchaft immer noch nicht vorüber für die unglücklichen Töchter des unglücklichen

Volkes, ſollen wir immer noch die Magd unſeres

Gatten, die Magd unſeres Hauſes ſein? Soll die Freiheit niemals den unglücklichen Töchtern Israels erglänzen, und ſie nicht empfinden, daß ſie Menſchen und Gottes Geſchöpfe ſind?

Der Greis wiegte ſanft das Haupt.Du biſt aufgeregt, Rebekka, ſagte er ſanft,und ich ver⸗ ſtehe nicht Deine Reden. Aber Du weißt, es ruht ein Fluch auf unſerm Volke, und wir haben keine Freiheit auf Erden, nur im Grabe!

Ich weiß, mein Vater, antwortete Rebekka, und preßte die Hände krampfhaft ineinander,ich weiß, daß wir ein verachtetes Volk ſind, aber wir ſelber tragen die Schuld. Warum laſſen wir nicht ab von unſern Gewohnheiten, unſern veralteten Gebräuchen? Die ganze Welt, alle Geiſter ſind in Bewegung, jede Minute gebiert neue Gedanken, neue Verhältniſſe, warum wollen wir allein ſtille ſtehen, und upperändert bleiben? Alles, lebt, ja die Welt, die wir bewohden, Alles iſt

em Geſetz der Bewegung unter warum