Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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„Sind wir hier an der Kaiſerburg?“ fragte der Prinz, indem er an der Seite des Kardinals die breite, mit Teppichen belegte Treppe hinaufſchritt.

„Nein, mein Sohn, wir ſind hier im Hauſe eines meiner Freunde, und du wirſt hier bleiben, bis ich mir von Sr. Majeſtät weitere Befehle eingeholt habe.“

Franz erwiderte nichts, ſondern folgte ruhig dem Kardinal, der ihn jetzt in ein geſchmackvoll dekorirtes gro⸗ ßes Gemach am Ende eines Korridors führte.„Duwirſt hier bleiben, mein Sohn, bis der Kaiſer über deinen künftigen Aufenthalt beſtimmt hat,“ ſagte der Kardinal gebieteriſch.„Dort jene Thür führt in dein Schlafge⸗ mach, hier in jenem Schrank findeſt du Bücher und Kupferwerke zu deiner Unterhaltung, und wie du ſiehſt, iſt auch ein kleines Billard vorhanden. Wenn du ſpielen willſt, oder ſonſt etwas begehrſt, ſo haſt du nur nöthig, an der Klingel, die dort auf dem Tiſch ſteht, zu drücken, und es wird ſogleich dein Kammerdiener eintreten, um deine Befehle in Empfang zu nehmen. ZJetzt aber, mein Sohn, befehle ich dich in den Schutz Gottes, und begebe mich zum Kaiſer.“

„Eine Frage noch, Herr Kardinal,“ ſagte Franz ruhig,„darf ich auch einige Spaziergänge machen, um die Stadt Wien kennen zu lernen?“

„Wir werden weiter davon ſprechen, ſobald ich

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