15
dieſe Zelle geführt haben! Erinnern Sie ſich deſſen, und klagen Sie mich nicht an, wenn ich einſt den Zwang abſchütteln, der Gewalt entfliehen werde. Ich ſchwöre Ihnen aber, bei Allem was mir heilig iſt, niemals werden Sie auch meinem Geiſte Zwang und Gewalt anthun können, wie Sie es heute meinem Körper gethan, niemals werde ich eine Nonne werden, niemals einem Manne mich vermählen, den ich nicht liebe, und der nicht ein treuer Freund meines Vater⸗ landes iſt!“
„Ein treuer Freund Ihres Vaterlandes iſt Der⸗ jenige, der Ihnen, wie den Ungarn räth, Ihrem recht⸗ mäßigen Herrn, dem Kaiſer und König Leopold, in Demuth und Gehorſam ſich zu unterwerfen, und ſei⸗ nem Willen und Befehl ſich unterzuordnen! Thun Sie das jetzt, mein Kind, und überlaſſen Sie Ihre Zukunft Gott und Ihrem gütigen Kaiſer! Frau Aeb⸗ tiſſin, im Namen des Kaiſers übergebe ich Ihnen die Prinzeſſin Juliana von Räköczy als Novize Ihres Kloſters. Nehmen Sie ſie in Ihre Mutterarme, und möge ſie von Ihnen lernen, eine demüthige und erge⸗ bene Chriſtin zu ſein!“
Er grüßte Juliana mit einem gnädigen Wink ſeiner Hand und verließ dann raſchen Schrittes die Zelle, um wieder hinunter zu gehen zu ſeinem Wagen, in welchem der junge Fürſt Franz Ralöczy ihn erwartete.


