Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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und traten in den langen dunklen Korridor ein, der ſein Licht nur empfing durch ein kleines, am untern

Ende des Korridors angebrachtes Fenſter. Zu beiden

Seiten in regelmäßigen Zwiſchenräumen befanden ſich ſchmale, niedrige ſchwarze Thüren, wie aufgerichtete Särge anzuſchauen.

Herr Kardinal! rief Juliane ſtill ſtehend,das ſind die Zellen der Nonnen. Weshalb alſo betreten wir dieſen Korridor?

Weil der Herr und Kaiſer Sie in demſelben er⸗ wartet. Fran Aebtiſſin, öffnen Sie die Zelle, welche Sie für die Koſtgängerin bereit gehalten, die der Kai⸗ ſer Ihnen ſendet!

Der Kaiſer? fragte Juliana entſetzt.Aber Eure Eminenz ſagten ja, daß der Herr und Kaiſer mich hier erwartet. Wo iſt er denn?

Er iſt dort oben, rief der Kardinal, feierlich ſeine Arme emporhebend,er iſt hier unten, er iſt bei allen Denen, die ihn zu ſuchen und zu finden wiſſen! Gott iſt der Herr und Kaiſer, der in den Klöſtern wohnt!

Juliana ſtieß einen Schrei aus, und ſprang zurück von der Thür, welche die Aebtiſſin geöffnet hatte. Nein! rief ſie entſetzt,ich gehe nicht da hinein. Das iſt eine Kloſterzelle, und ich bin keine Nonne!