Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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junges Mädchen, das ganz und gar die Capricen und den Uebermuth ihres Alters hat! Nun, das wird ſich bei einer vernünftigen und geregelten Erziehung wohl Alles noch mildern und abſchleifen, und wir Beide werden noch recht gute Freunde werden. Kommen Sie, Mademoiſelle, der Anſtand erfordert, daß Sie dem Befehl des Kaiſers ohne Widerſpruch Genüge thun, und Se. Majeſtät nicht warten laſſen!

Die Fürſtin war dicht zu ihrer Tochter herange⸗ treten, und in athemloſer Spannung hatte ſie jedes Wort des Kardinals von ſeinen Lippen aufgefangen.

Jetzt, als er ſchwieg, ſchlang ſie mit leidenſchaftli⸗ cher Innigkeit ihre beiden Arme um den Hals des jungen Mädchens, und ſie feſt an ihre Bruſt drückend, küßte ſie ihre zuckenden Lippen, ihre thränenfeuchten Augen.

Geh', mein Kind, geh', ſagte ſie bebend.Wir müſſen unſer Geſchick annehmen, uns fügen in das Unvermeidliche. Herr Kardinal, Ihnen übergebe ich meine Kinder, aber vor dem Throne Gottes werde ich Sie dereinſt fragen, was Sie aus meinen Kindern ge⸗ macht haben, vor dem Throne Gottes werde ich Sie zur Rechenſchaft ziehen. Geht, meine Kinder, geht! Der allgütige Gott und der Segen Eurer Mutter be⸗ gleitet Euch!