Feind deines Vaterlandes. Gib dein Jawort in einem, wie in dem andern Falle nur, wenn dein Herz es gibt.“
„Mutter,“ ſagte das junge Mädchen feierlich,„ich werde niemals Nonne werden, ich werde niemals einem Manne mich vermählen, den ich nicht liebe und
der nicht ein treuer Freund unſeres Vaterlandes iſt!“
Und indem ſie ſo ſprach, blitzten die Augen des jungen ſiebzehnjährigen Mädchens höher auf, und ein energiſcher Ausdruck überſtrahlte ihr ſchönes ju⸗ gendliches Angeſicht.
„Ach, ich ſehe es wohl, du biſt in Wahrheit meine Tochter!“ rief Helena,„du wirſt dich weder vom Schickſal, noch von den Menſchen beugen laſſen. Aber du, mein kleiner Franz, wirſt du eingedenk bleiben der Vergangenheit? Wirſt du niemals vergeſſen, was du mir in Munkacs verſprochen?“
„Nein, Mutter, ich werde es niemals vergeſſen!“ ſagte der Knabe feſt.
Helena drückte einen Kuß auf ſein ſchwarzes lo⸗ ckiges Haar.„Ich glaube es dir, mein Sohn,“ flü⸗ ſterte ſie,„denn obwohl du erſt zwölf Jahre zählſt, haſt du doch viel erfahren, viel erlebt, die Er⸗ fahrungen haben vor der Zeit deinen Geiſt geſtählt und gekräftigt, und—“
Die Thüren des Saales wurden heftig aufgeriſſen,


