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ihre Kinder, dem Wunſche ihres verſtorbenen Vaters Franz Räkéczy des Erſten gemäß, der Vormund⸗ ſchaft des Kaiſers Leopold zu übergeben.
Wie geſagt, es waren ſehr ehrenvolle, ſehr gün⸗ ſtige Bedingungen, welche man der muthvollen Ver⸗ theidigerin von Munkaes bewilligt hatte, aber als Helena Zrinyi ſie unterzeichnet hatte, war ihre Kraft gebrochen, und mit einem lauten Schmerzensſchrei ſank ſie ohnmächtig zuſammen.
Am fünfzehnten Januar 1688 ward die Feſtung Munkacs dem General Caraffa übergeben.
Aber von den Schätzen, die man dort zu finden gehofft, war keine Spur vorhanden. Die Ausrüſtung der Feſtung, die lange Belagerung hatten alle Mittel Helena's erſchöpft, und ſie beſaß nicht einmal mehr Pferde und Equipagen, um damit von Munkacs abzu⸗ reiſen, nicht einmal ſo viel Geld, um ſich eine Equi⸗ page zu kaufen, und die Reiſekoſten ſelber zu beſtreiten.
Auch von Tököly und ſeinen Anhängern waren keine Schätze vorhanden, nur die Ehrenzeichen, Ehren⸗ kleider, welche ihm der Sultan gegeben, fand man noch vor, und dieſe brachte man nach Wien, wie man auch ſeine Gemahlin und deren Kinder dahin brachte.
Aber der Kaiſer Leopold mußte zu dieſer Reiſe erſt die Equipagen anſchaffen, die Reiſekoſten entrichten


