28
über Oeſterreich gefeiert, der glänzende Sieg, welchen er für Ungarn errungen, war ſein Todesurtheil. Er ſtarb, wie man ſagt, an Gift, das ſeine eigene Ge⸗ malin, Katharina von Brandenburg, ihm in den Nacht⸗ trunk gemiſcht.
Den Ränken und Ueberredungskünſten der Jeſui⸗ ten war es gelungen, die Gemahlin Bethlen's, Ka⸗ tharina von Brandenburg, der Religion ihres Hauſes und ihres Gemahls abwendig zu machen und ſie in den Schooß der katholiſchen Kirche aufzunehmen. Ka⸗ tharina hielt es daher für ein Gott wohlgefälliges Werk, den Gemahl, der für die Rechte und die Frei⸗ heiten der Proteſtanten kämpfte, zu beſeitigen, ſelber die Regentſchaft zu übernehmen und dem ſtrengkatho⸗ liſchen Kaiſer Ferdinand II. ſeine Hoheitsrechte über Ungarn wiederzugeben. Bethlen alſo ſtarb, und ſeine Witwe ſchickte ſich an, die Regentſchaft anzutreten. Doch ihre ſchlau erſonnenen Pläne, dem Kaiſer Ferdinand die ſieben ungariſchen Komitate, die er an Bethlen abgetreten, wiederzugeben und die katholiſche Reli⸗
gion zur herrſchenden zu erheben, ſcheiterten an
dem muthvollen Widerſtreben der Stände von Sie⸗ benbürgen. Katharina ſah ſich nach langen Kämpfen und Zwiſtigkeiten gezwungen, dem Throne zu entſagen, und die Stände von Siebenbürgen wählten nun nach


