Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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drängt von dem ehrgeizigen Grafen Georg Bätöry, der aufgedrungenen Würde, und zog ſich auf ſeine Güter zurück, woſelbſt er im nächſtfolgenden Jahre 1608 ſchon verſtarb.

Lange Jahre neuer Kämpfe und blutiger Kriege folgten nun. Bätöry's Nachfolger, Gabriel Bethlen,

der erwählte Fürſt von Siebenbürgen, mußte auf's

Neue wieder das Schwert erheben gegen das Haus Habsburg und deſſen Anſprüche. Er that es mit Glück und Ruhm, und das ſtaunende Europa ſah mit heim⸗ licher Schadenfreude, wie der Fürſt des kleinen Sieben⸗ bürgens eine Macht und eine Kriegesſtärke entfaltete, welche den deutſchen Kaiſer Ferdinand II. ſogar in ſeiner Burg zu Wien beunruhigte. Denn im unauf⸗ haltſamen Siegeslauf gelang es Gabriel Bethlen und ſeinen Schaaren, die Oeſterreicher nicht allein aus Ungarn und Siebenbürgen zu verjagen, ſondern er folgte ihnen auch bis über die Grenzen hinaus, eroberte Preßburg, bedrohte Wien und zwang den Kaiſer mit ihm Frieden zu ſchließen, und ihn 1620 als den, von der ungariſchen Nation erwählten König anzuerkennen.

Doch es war in jenen Tagen für die Helden Un⸗ garns und Siebenbürgens faſt eben ſo gefährlich, das Haus Habsburg zu beſiegen, als von ihm beſiegt zu werden. Der Triumph, welchen Gabriel Bethlen