zu Werke gehen, damit die Sache abgethan iſt, wenn der König nach Paris kommt.
Der König will am zehnten Juli ſeinen Einzug in Paris halten.
Und heute iſt erſt der neunte, rief Blücher. Wir haben alſo noch einen ganzen Tag Zeit, und den müſſen wir benutzen. Denn wenn der König erſt da iſt, dann habe ich nicht mehr freie Hand, dann iſt er der Herr, der zu commandiren hat, und ich muß mich ſeinem Be⸗ fehl fügen. Er würde aber ganz gewiß ſich von dem Gewimmere und dem Bitten des franzöſiſchen Königs'rum kriegen laſſen, denn er hat 'n weiches, großmüthiges Herz, und mag lieber vergeben und vergeſſen, als tüchtig abſtrafen. Ich aber, Gneiſenau, ich denke nicht ſo, ich kann's nicht vergeſſen, wie viel Schmach uns die Franzoſen angethan haben, kann's nicht vergeben, daß ſie uns mit Uebermuth und Hohn ſo in den Staub getreten haben, daß man ſich beinah ſchämen mußte, ein Deutſcher zu ſein. Es iſt eine Ehrenſache, daß wir die Franzoſen ſtrafen, eine Ehrenſache, daß wir die Brücke von Jena zerſtören, da⸗ mit alle Welt ſehen kann, daß wir auch empfindlich ſind für unſeren Ruhm, und daß'n Deutſcher eben ſo viel Gefühl für Ehre hat, eben ſo eiferſüchtig iſt auf ſeinen Ruhm, als jedes andere Volk. Wir haben uns viel gefallen laſſen, darum müſſen wir nun auch viel Revanche nehmen.
Leider denken nicht alle Deutſche wie Sie, Durchlaucht, ſeufzte Gneiſenau. Selbſt unſere preußiſchen Waffenbrüder ſind zum Theil anderer Meinung. Der General Zieten war vorher hier, um gegen die Sprengung der Brücke zu proteſtiren. Er meint, die Sache ſei dem Vertrag der Uebergabe von Paris nicht gemäß, und dürfe daher nicht geſchehen.
Ich will ihm zeigen, daß ſie geſchehen darf und ſoll, rief Blücher zornerglühend. Gneiſenau, ſchreiben Sie mal gleich auf der Stelle in meinem Namen an den General von Zieten in Paris. Da liegt Feder und Papier. Sie ſind nun doch einmal immer meine Hand und mein Kopf, und verſtehen ſich beſſer auf die Feder als ich. Schreiben Sie alſo, was ich Ihnen dictiren will.
Gneiſenau nahm die Feder, und Blücher, mit den Fingern auf


