Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 4. Band (1859)
Entstehung
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Der Kaiſer war in die Mitte des Nebenſaals vorgeſchritten. Um ihn her ſtanden ſeine ihm treu gebliebenen Generäle, Diener und Freunde.

Sie ſtanden da, geſenkten Hauptes, weinend, leiſe ſchluchzend.

Napoleon ging zu Jedem von ihnen hin, er hatte für Jeden ein Wort der Liebe, des Troſtes, der Hoffnung. Jetzt näherte er ſich der Gruppe derjenigen ſeiner Getreuen, welche ihn auf ſeiner Reiſe be⸗ gleiten, ſein düſteres und ungewiſſes Schickſal mit ihm theilen wollten, das waren Savary, der Herzog von Rovigo, die Generäle Bertrand, Lallemand und Gourgaud, die Grafen Montholon und Las Caſes.

Ach, meine Freunde, rief Napoleon mit heiteren, ſtrahlenden Blicken. Ich preiſe mich glücklich, denn ich bin reich, ich habe treue Freunde. Um Euretwillen vergebe ich Denen, die mich verlaſſen und verrathen haben. Viele ſind gegangen, aber Viele ſind mir treu ge⸗ blieben!

Er wandte den Blick den anderen Getreuen zu, die in Thränen zerfließend umherſtanden, und die nur, von den Umſtänden, den Ver⸗ hältniſſen gezwungen, zurückbleiben mußten, ihm nicht folgen konnten.

Nehmt auch Ihr meinen Dank, Ihr, meine Getreuen, ſagte er. Ich beklage tief die Leiden und Zurückſetzungen, welche Eure Anhäng⸗ lichkeit an meine Perſon Euch bereiten wird. Man wird Euch Eure Treue als eine Schuld anrechnen, aber die Zukunft und die Geſchichte werden gerechter gegen Euch ſein. Hofft auf dieſe Zukunft, ſetzt den Verfolgunger Eurer Feinde die Stärke Eurer Seele und die Reinheit

ſtolzer Würde ſagte ſie:„Herr Cardinal, ich habe keine Millionen; aber ſagen Sie dem Papſt, und möge er meine Worte dem König Ludwig XVIII. wieder⸗ holen laſſen, ſagen Sie ihm, daß, wenn ich ſo glücklich wäre, die Millionen zu beſitzen, welche man mir ſo mildthätig zulegt, ich ſie nicht benutzen würde, um Unruhen in Corſika anzufachen, auch nicht um meinem Sohn in Frankreich Partiſanen zu werben, deren er dort hinlänglich beſitzt, ſondern daß ich meine Millionen benutzen würde, um eine Flotte auszurüſten, die eine ganz andere Miſſion haben würde, die Miſſion, den Kaiſer von der Inſel Helena zu be⸗ freien, wo die unwürdigſte Geſetzloſigkeit ihn gefapgen hält.“ Dann grüßte ſie den Cardinal mit einem ſtolzen Kopfneigen, und zog ſich in das Innere ihrer Gemächer zurück. Cochelet, Mémoires. IV. S. 183. 44*