Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 3. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

548

ich mit unreinen Waffen kämpfte, durfte ich nicht ſiegen. Und ſo will ich denn meine Strafe erdulden, und will hingehen zu Napoleon und ihm ſagen, daß ich ein Meineidiger bin, der ſeinen Schwur nicht ge⸗ halten hat. Möge Er mich ſtrafen, oder mich entſündigen und mir verzeihen! Fort jetzt, hinaus in die Nacht!

Er blies die Lichter aus, und ſchritt durch die Dunkelheit hinaus in den öden, ſchweigenden und finſtern Wald.

v. Her Abſchied.

Der Congreß, welcher trotz der drohenden Gewitterſtürme, die ſich rings am Horizont erhoben, noch immer in Wien tagte, der Con⸗ greß beſchäftigte ſich indeß jetzt nicht mehr mit dem allgemeinen Frie⸗ den, ſondern mit dem allgemeinen Krieg, und da man jetzt zu dieſem Krieg wieder der Hülfe der Völker, der tapfern Arme und der offenen Kaſſen bedurfte, ſo beſchäftigte man ſich auch ein wenig mit dem Glück und der Befriedigung der Völker. Statt wie bisher nur die Schen⸗ kungen anSeelen und Ländern zu berathen, welche man den Fürſten zuerkennen wollte, überlegte und berieth man nunmehr die Verſprechungen an Freiheit und Selbſtſtändigkeit, die man jetzt den Völkern machen mußte, um ihren Enthuſiasmus aufzuſtacheln, und ihren Kriegsmuth anzufeuern, machten alle Diplomaten jetzt Entwürfe zu Verfaſſungs⸗ Urkunden, welche die deutſchen Fürſten ihren Völkern als freie Liebes⸗ gabe darbringen wollten.

Aber vor allen Dingen kam es doch darauf an, ſich feierlich und einſtimmig gegen Napoleon zu erklären und Frankreich, dem neuerſtan⸗ denen Kaiſerreich, einen Kampf auf Tod und Leben anzukündigen.

Alle europäiſchen Mächte gaben in ſeltener Uebereinſtimmung dieſe feierliche und einſtimmige Erklärung ab. Alle ihre Stimmen zu Einer