544 wird dem Kaiſer Napoleon melden, daß Marie Louiſe die Bande zer⸗ riſſen hat, welche ſie an ihn knüpfen, daß ſie ſich weigert, ihn als ihren Gemahl anzuerkennen, daß ſie ſich weigert, die Kaiſerin von Frankreich zu heißen, und nur noch die Herzogin von Parma, die Tochter des Kaiſers Franz, die deutſche Prinzeſſin ſein will. Sagen Sie es, und der Graf Montbrun wird es nicht hindern, daß Ew. Ma⸗ jeſtät mit mir dieſes Haus verlaſſen, ich werde Sie wieder zurückfahren nach Schönbrunn, und unbemerkt, von der Nacht geſchützt, werden Sie auf demſelben Wege, auf dem Sie das Schloß verlaſſen, wieder in daſſelbe zurückkehren.— Ew. Majeſtät, wir warten auf Ihre Ent⸗ ſcheidung!
Eine Pauſe trat ein. Athemlos, mit hochklopfendem Herzen, bleich vor innerer Aufregung ſtanden die beiden Männer der Kaiſerin gegenüber, ſie beide anſchauend mit flammenden Blicken voll Unruhe und Pein.
Jetzt hob Marie Louiſe langſam ihr Haupt empor, jetzt ſchritt ſie vorwärts, und mit lauter, faſt freudiger Stimme ſagte ſie: Herr Graf Neipperg, führen Sie mich nach Schönbrunn zurück. Ich ent⸗ ſage der Kaiſerkrone von Frankreich, ich will nur noch die Herzogin von Parma ſein.
Graf Neipperg ſtieß einen Freudenſchrei aus, und auf ſeine Kniee niederſinkend, preßte er die dargereichte Hand der Kaiſerin an ſeine Lippen.
Graf Montbrun, ſagte Marie Loniſe, ihr erröthendes Antlitz dem Graſen zuwendend, der todesbleich, mit ſchmerzbewegten Zügen an der Wand lehnte, Graf Montbrun, kehren Sie nach Paris zurück, bringen Sie dem Kaiſer meine Grüße, ſagen Sie ihm, daß ich niemals den Vater meines Sohnes vergeſſen, daß ich niemals aufhören werde fur ihn zu beten, daß mein Herz und meine Fflicht mir aber verbieten, zu ihm zurück zu kehren. Leben Sie wohl, Herr Graf Montbrun. Sie aber, General Neipperg, geben Sie mir Ihren Arm und führen Sie mich zu meinem Wagen, um mit mir nach Schönbrunn zurück zu kehren.
Erlauben mir Ew. Majeſtät nur, dem Grafen Montbrun noch
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