Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 3. Band (1859)
Entstehung
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zwanzig Schritt, und befindet ſich dann vor der Thür, welche in das Schlafgemach der Kaiſerin führt. Die Kaiſerin ſchläft allein, aber die Thür nach dem nächſten Zimmer iſt geöffnet und dort ſchlafen ihre beiden Kammerfrauen. Sie gehören zu den Unſrigen, und ſie ſind an⸗ gewieſen, ſich nicht auszukleiden. Sie werden das Zeichen des Feuers erwarten, und dann in das Zimmer der Kaiſerin ſtürzen. Alles An⸗ dere, fuhr der Graf aufathmend fort, alles Andere wird ſich finden. Hätte die Kaiſerin nicht durchaus gezwungen, und wider ihren Willen fortgeführt ſein wollen, ſo hätten wir die läſtige Geſchichte mit dem Feuer gar nicht nöthig gehabt. Es wäre nur erforderlich geweſen, die geheime Thür zu öffnen und Marie Louiſe hinunter zu geleiten. Aber ſie hat nicht den Muth, ihrem Vater zu trotzen, und will ſich ſichern für die Möglichkeit des Mißlingens. Nun wohl denn, ſei es ſo! Auf, an's Werk!

Und der Graf ſchlich mit zwanzig wohlgezählten Schritten nach der kleinen Treppe hin.—

Während dies auf dem rechten Flügel des Schloſſes ſich begab, hielt der Wagen, welcher an dem linken Flügel vorgefahren war, noch immer neben der kleinen Gartenpforte.

Ein Mann war ausgeſtiegen, und vorſichtig und leiſe hatte er die Pforte aufgeſchloſſen. Das Heulen des Sturmes hatte das Knarren der eiſernen Thür übertönt, und der aufgeweichte Boden machte ſeine

Schritte unhörbar. Haſtig ſchlüpfte er an der Mauer entlang bis zu dem vierten Fenſter des Parterre's. Hier blieb er ſtehen, und ſchaute

empor zu dem Fenſter da oben, welches, das einzige an der dunklen Reihe, von einem matten Lichtſchimmer erhellt war.

Das Schlafzimmer des Prinzen, murmelte der Mann. Die Gräfin wacht, und wartet auf das Zeichen. Er blieb ſtehen, und lauſchte, mmer die Augen nach dem obern Fenſter gewandt.

Plötzlich hörte man in der Ferne lautes Geſchrei, ein heller Licht⸗ ſchein, von der andern Seite des Schloſſes ausſtrömend, blitzte durch die Nacht, und Feuer! Feuer! hörte man erſtickte Stimmen rufen.

Jetzt iſt das Zeichen gegeben, murmelte der Fremde, und— ha, da öffnet ſich das Fenſter und die Strickleiter kommt!

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