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In einer Viertelſtunde, hoffe ich, wird Alles gethan ſein, flüſterte er. Leben Sie wohl bis dahin.
Leben Sie wohl, Graf, und der Hinmmel ſei mit Ihnen, flüſterte der Kutſcher.
Der Graf ſchlich leiſe zu der Pforte hin, tappte vorſichtig mit den Händen nach dem Griff der Thür, und öffnete ſie.
Oh, flüſterte er leiſe, die Gräfin hat Alles gut vorbereitet. Sie hat die Thür aufgeſchloſſen, und ich habe nicht einmal nöthig, von meinem Nachſchlüſſel Gebrauch zu machen. Aber wenn ich wiederkomme, werde ich die Thür verſchließen.
Er drückte leiſe die Thür hinter ſich zu, und ſtand jetzt innerhalb des Schloſſes auf einem kleinen mit Backſteinen ausgelegten Flur.
Nur noch einmal die Lection überlegt, damit kein Irrthum vorfällt, flüſterte der Graf in ſich hinein. Das Programm lautet ſo:„Einmal auf dem Flur ſtehend, wendet man ſich links, geht zwanzig Schritte ſeitwärts und befindet ſich dann vor einer kleinen Treppe. Dieſe Treppe, welche funfzig Stufen hoch iſt, geht man hinauf und befindet ſich auf einem Seitencorridor des obern Stockwerks. Zwei Schritte links machend, ſteht man vor einer Thür, welche ſo künſtlich in die Bretterwand eingelaſſen iſt, daß ſie dem Auge des Uneingeweihten nicht zu erkennen iſt, und daß Niemand der jetzt im Schloſſe Anweſenden von ihrer Exiſtenz weiß. Selbſt die Kaiſerin Marie Louiſe kennt nicht das Geheimniß dieſer Thür, und ſie ahnt nicht, daß ihr eigener Ge⸗ mahl, als er in Schönbrunn reſidirte, dieſe Thür heimlich hier an⸗
bringen ließ, um unbemerkt das Schloß betreten und verlaſſen zu
können. Auch Diejenigen, welche Marie Louiſe in Schönbrunn be⸗ wachen, kennen dieſe Thür nicht. Es iſt ein Geheimniß, das der Kaiſer von Elba aus dem Baron von Meénéval hat melden laſſen, und das uns jetzt ſehr nützlich iſt. Denn dieſe Thür führt gerade in das Toilettenzimmer der Kaiſerin. Die Thür alſo befindet ſich zwölf Schritte links von der Treppe. Mit der Hand über die Wand fahrend, wird man da einen kleinen Nagel, der wie von ungefähr dort einge⸗ ſchlagen iſt, entdecken. An dieſen Nagel drückt man, und die Thür geht auf. Man iſt jetzt im Toilettenzimmer der Kaiſerin, geht gerade aus, Mühlbach, Napolevn. IV. Bd 34


