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V. Berzog Franz.
Die Thür des Vorſaals öffnete ſich, und der Lakay meldete den General Grafen Neipperg. Marie Louiſe trat ihm lächelnd entgegen, und reichte ihm ihre Hand dar, die er an ſeine Lippen drückte.
Sie kommen ſpät, General, ſagte ſie, ich erwartete Sie ſchon lange zu unſerm Spazierritt.
Graf Neipperg dankte ihr mit einem flammenden Blick für dies ſchmeichelhafte Wort, und Marie Louiſe, erröthend und verwirrt, ließ ganz unwillkürlich den Blick zu der Fenſterniſche hinſchweifen, in welcher die Gräfin mit dem Prinzen ſich befand.
Ach, rief Graf Neipperg, da iſt ja unſer kleiner Herzog Franz!
Und mit lebhaften Schritten eilte er zu dem Prinzen hin.
Ich habe die Ehre, den Herzog Franz von Reichſtadt zu begrüßen, ſagte er, ſich tief verneigend.
Der Knabe hob ſein Haupt langſam von dem Spielzeug empor, ſchüttelte die Locken, welche über ſeine Wangen gefallen waren, zurück und blickte mit ſeinen großen blauen Augen erſtaunt zu dem Grafen empor.
Wer iſt der Herzog Franz von Reichſtadt? fragte er.
Nun, ſagte Graf Neipperg lächelnd, wiſſen Ew. Hoheit noch nicht Ihren eigenen Namen? Sie ſind der Herzog Franz!
Nein, das iſt nicht mein Name! rief der Prinz lebhaft. Ich heiße Napoleon und bin der König von Rom!
Ach, Sie reden da von den ſchönen Mährchen, mit denen Ihre Amme Sie früher in den Schlaf geſungen hat, mein Prinz, ſagte Graf Neipperg lächelnd.„Es war einmal ein kleiner König von Rom, und der wohnte mit einem großen Kaiſer in einem wundervollen Pa⸗ laſt, der von lauter Menſchenſchädeln erbaut war.“ Nicht wahr, Herzog Franz, ſo fing Ihr Mährchen an? Aber jetzt wollen Sie keine Mähr⸗ chen mehr hören, denn Sie ſind jetzt ein gar vornehmer Herr geworden,
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