Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 3. Band (1859)
Entstehung
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Preußen und Joachim Murat unterſtützen. Sagen Sie dies Alles Ihrem König, Herr Baron von Sahla, ſagen Sie, daß ich es für meine heilige Pflicht erachte, ſeine Intereſſen, welche die Intereſſen aller beſtehenden Throne ſind, zu unterſtützen, nicht um Goldes oder Vortheils, ſondern um der Ueberzeugungen willen, die allein während meines vielbewegten Lebens die Richtſchnur meiner Handlungen geweſen. Sagen Sie ihm, daß Frankreich von heute an für Sachſen in die Schranken tritt, daß es akle Mittel in Bewegung ſetzen wird, um Sachſen, wenn auch vielleicht in engeren Grenzen, aber doch als ſelbſt⸗ ſtändiges Königreich zu erhalten, und daß Frankreich entſchloſſen iſt, entweder Sachſen zu erhalten, oder mit ihm unterzugehen. Sagen Sie Ihrem König dies Alles, und fragen Sie ihn dann, ob er glaubt, daß ich des Vertrauens würdig bin, das er in mich geſetzt, und ob er noch immer hofft, daß ich ihm nützlich ſein kann?

Er wird dieſe meine Frage mit einem lauten, freudigen Ja be⸗ antworten, rief Herr von Sahla mit ſtrahlendem Angeſicht. Er wird von heute an nicht mehr troſtlos in die Zukunft ſehen, denn er wird wiſſen, daß er einen Vertheidiger gefunden, der die Macht und den Willen hat, für ihn zu kämpfen, und der für ihn ſiegen wird! Segen über Sie, Fürſt, über Sie, den Freund, den Bundesgenoſſen meines Königs, meines Vaterlandes!

Ich werde wenigſtens verſuchen, mir Ihren Segen zu verdienen, ſagte Talleyrand, mit einem ſanften Lächeln Sahla ſeine Hand dar⸗ reichend. Herr von Sahla drückte dieſe Hand feſt in der ſeinen und ſchaute mit einem langen, durchdringenden Blick in das ruhige, unbe⸗ wegliche Antlitz Talleyrands.

Ich ſchaue in Ihr Herz, ſagte er feierlich, und ich weiß jetzt, daß Ihre Lippen die Wahrheit geſprochen, daß es Ihnen heiliger Ernſt iſt mit der Erhaltung Sachſens. Gehen Sie alſo hin, Durchlaucht, und ſprechen und handeln Sie zum Wohl eines Volkes und eines Königs, die Beide zu Gott für Sie beten werden! Ich will gehen, die Thrä⸗ nen meines unglücklichen Königs zu trocknen, indem ich ihm ſage, daß Gott ihm einen Rächer, jng Vertheidiger geſandt hat.

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