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Er verneigte ſich tief, und ſich dann umwendend, eilte er dem Ausgange zu.
Talleyrand ſchaute ihm mit einem ſeltſamen, ſcheuen Ausdruck nach. Jetzt hatte der Calatravaritter die Thür geöffnet, und war ſchon im Begriff hinauszugehen.
Herr Baron von Sahla, rief Talleyrand, kommen Sie doch. Sie haben ja hier noch die Papiere und Wechſel Ihres Königs vergeſſen!
Sie werden ihm dieſelben nach einem Jahr wiederbringen, Herr Fürſt von Benevent, ſagte Herr von Sahla lächelnd, indem er raſch hinaus trat, und die Thür hinter ſich zudrückte.*)
Herr von Talleyrand war jetzt allein. Er heftete noch eine Zeit⸗ lang die Blicke forſchend und horchend nach der Thür hin, dann, als er ſah, daß dieſe Thür ſich nicht wieder öffnete, daß Herr von Sahla nicht zurückkam, die vergeſſenen Papiere zu holen, dann flog ein glän⸗ zender Ausdruck der Freude über ſein Antlitz hin. Er eilte, ſo raſch
es ihm ſein hinkender Fuß erlaubte, nach den beiden Thüren ſeines
*) Dieſe Beſtechung Talleyvands für und durch Sachſen iſt keine müßige Erfindung, ſondern ein hiſtoriſches Factum. Der Graf de la Garde ſpricht in ſeinen Memoiren über den Wiener Congreß ganz unbefangen darüber, daß Sachſen ſich durch ſeine Millionen auf dem Congreß vertreten ließ. Der gute König von Sachſen, ſagt er, hat jetzt die beſte Partie erwählt. Er hatte, in der Furcht vor unangenehmen Wechſelfällen und Verlegenheiten, Sorge ge⸗ tragen, ſich ein kleines Reſerve⸗Kapital zu ſichern. Jetzt hat er davon einige Millionen losgeriſſen, um ſie an zwei einflußreiche Perſonen des Congreſſes zu geben. Der Schlüſſel von Gold wird ihm die Pforten ſeines Königreiches weit raſcher und ſicherer öffnen als alle Protokolle des Congreſſes. Siehe: Comte de la Garde. II. S. 112. Der Graf de la Garde iſt noch ſo dis eret, den Empfänger der Millionen nicht zu nennen, aber Chateaubriand iſt offenherziger. Er ſagt es geradezu, daß Talleyrand vom König von Sachſen für drei Millionen Francs gewonnen worden, und daß er für dieſe Summe das wahre Beſte Frankreichs, welches lieber Sachſen als den Rhein in Preu ßens Macht zu geben rieth, verkauft und verrathen habe. Siehe: Chateau- priand, Mémoires d'outre tombe. Vol. VI. S. 441. Siehe auch: Pertz, Leben des Miniſters vom Stein. Th. IV. S. 119.


