Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 3. Band (1859)
Entstehung
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die der Graf Mirabeau, ſobald das Ziel erreicht und der König wieder in den Beſitz ſeiner Macht geſetzt ſei, bei der königlichen Schatzkammer zu präſentiren hatte, um das Geld zu empfangen.*)

Oh, da hat der arme König alſo Frankreich eine Million geſpart, ſagte Talleyrand lächelnd, denn Mirabeau ſtarb, ohne ſeinen Zweck erreicht zu haben. Und dieſes Uebereinkommen zwiſchen Ludwig dem Sechszehnten und Mirabeau will Ihr König nachahmen?

Ja. Er giebt ſeinem Vertheidiger jetzt eine Million Franecs, er giebt ihm außerdem Wechſel im Betrage von zwei Millionen Franes, Wechſel, welche indeß erſt in einem Jahr fällig ſind. Denn im Lauf eines Jahres muß doch jedenfalls Sachſen wieder hergeſtellt ſein als eigenes ſelbſtſtändiges Königreich, und iſt es dies, ſo hat der Inhaber dieſer Wechſel ſie nur beim königlichen Schatzamt zu präſentiren, und ſie werden ihm ausgezahlt werden. Iſt es unſern Feinden gelungen, das Königreich Sachſen aus der Reihe der ſelbſtſtändigen Staaten auszuſtreichen, ſo ſind die Wechſel natürlich ungültig, da es alsdann keinen König von Sachſen mehr giebt. Sehen Sie, mein Herr Herzog, hier ſind die Wechſel. Es ſind deren zehn. Jeder Wechſel auf zwei⸗ malhunderttauſend Francs. Sie tragen alle die Unterſchrift:Der König von Sachſen, für mich und meinen Nachfolger gültig.

Ich ſehe, ſagte Talleyrand, leiſe mit dem Kopf nickend, Sie haben mich wirklich überzeugt, mein Herr, daß es nicht ſo ſchwer iſt, drei Millionen Franes in Wirklichkeit zu ſetzen.

Und werden Sie, Herr Herzog, mir jetzt auch dafür den Beweis liefern, daß es auch nicht ſo ſchwer iſt, für dieſe drei Millionen Franes einen Vertheidiger für Sachſen, und die Rechte des Königs von Sachſen ausfindig zu machen? fragte Herr von Sahla, indem er die Wechſel zu den Banknoten auf den Tiſch legte.

Talleyrand bemerkte das ſehr wohl, aber er ſagte kein Wort dazu, ſondern wandte ſich um, und ging langſam einige Male in ſeinem Cabinet auf und ab. Herr von Sahla ſchaute ihm nach mit blitzenden Augen, in athemloſer Erwartung.

*) Siehe: Theodor Mundt. Graf Mirabeau. Th. VI. S. 364.