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zu verſchaffen, welche aber, ſobald das Unglück über ihn kommt, ihn verlaſſen, wie die Ratten das Schiff verlaſſen, deſſen Untergang ſie wittern. Aber ich bin die angetraute, ehrliche, legitime Frau des Kö⸗ nigs Jerome, und als ſolche muß und will ich bei ihm bleiben, und er ſoll ſich vertrauensvoll auf meinen Arm lehnen, und Niemand, weder vie Welt, noch er ſelber, ſollen glauben, daß ich ihn verlaſſen könnte! Ich bitte Ew. Majeſtät mir nicht zu zürnen wegen eines Entſchluſſes, der Ihren Befehlen widerſpricht. Aber es ſtehet in der Bibel ge⸗ ſchrieben: das Weib ſoll Vater und Mutter verlaſſen und ihrem Gatten nachfolgen. Mein gnädiger Vater wird mir verzeihen, wenn ich dem Wort der Bibel gehorſam bin.*)
Nicht wahr, Mama, das iſt ſehr ſchön? rief der kleine Prinz, als die Gräfin geendet hatte.
Marie Louiſe hatte während der Vorleſung des Briefes ihr Antlitz ganz und gar hinter dem großen Blumenbouquet werborgen gehabt, jetzt warf ſie es bei Seite und ließ die Gräfin und ihren Sohn ihr von Thränen überfluthetes Angeſicht ſehen.
Ja, ſagte ſie ungeſtüm, das iſt ſehr ſchön und die Gräfin hat Recht, die Königin von Weſtphalen iſt eine ſehr edle Frau! Oh, ich beneide ſie, daß ſie ſo ſprechen und ſo handeln durfte, daß ſie die Freiheit hatte, ihrem eigenen Willen zu folgen und ihrem Herzen ie und möchte mein
und ihrem Gewiſſen genug zu thun. Ich beneide ſ Herzblut hingeben, um mir das Recht zu erkaufen, ihr gleich zu thun.
Ich aber, ich kann es nicht, ich darf es nicht! Ich bin eine elende,
beklagenswerthe Gefangene, man hat mich in Feſſeln gelegt, und— Oh, Mama, Mama, unterbrach ſie der kleine Prinz, in Thränen ausbrechend, oh, weine nicht ſo ſehr! Es iſt ſchrecklich, Dich ſo weinen zu ſehen. Marie Louiſe wehrte ihn zurück und ſtand auf. Montesquiou, haſtig im Zimmer auf und abgehend, bringen Sie den führen Sie ihn zur Gräfin Brignole und kehren Sie
ſagte ſie, Prinzen hinaus, dann hierher zurück.
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Vol. XVIII. 289.
*) Mémoires de la Duchesse Abrantès.


