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Kaiſer Napoleon ſeiner Macht und Würde beraubt hat, und in Folge deſſen auch ſeine Brüder ihrer Throne verluſtig gegangen ſind, meinen Gemahl, den König Jerome, zu verlaſſen, mich von ihm zu ſcheiden und als Prinzeſſin von Würtemberg wieder in die Staaten Eurer Majeſtät zurückzukehren. Indem ich Ew. Majeſtät für Ihre väterliche Fürforge und Ihre mir bezeigte Güte meinen ehrerbietigſten Dank ſage, bitte ich meinen gnädigen Vater, mir nicht zu zürnen, wenn ich nicht im Stande bin, den Befehlen Eurer Majeſtät zu genügen, und das Aſyl, welches mir Eure Majeſtät bieten, anzunehmen. Als ich vor ſechs Jahren mit dem König Jerome vermählt ward, da liebte ich ihn nicht, ſondern ich unterwarf mich nur mit Thränen und Widerſtreben dem Befehl meines königlichen Vaters, der es mir zur Pflicht machte, dem Bruder des Kaiſers Napoleon meine Hand darzureichen. Seitdem habe ich ſechs Jahre an der Seite meines Gemahls gelebt und die Zuvorkommenheit, Liebe und Güte, welche er mir immer bewieſen, hat ihm allgemach mein Herz gewonnen. Zudem iſt er der Vater meiner beiden Kinder, der Mann, dem ich vor dem Altar Gottes mit einem feierlichen Eide gelobt, als ſein treues Weib ihm bis zum Tode anzu⸗ gehören und Glück und Unglück mit ihm zu theilen. In den Tagen des Glückes hat Niemand gewollt, daß ich mich von ihm trenne, und jetzt ſollte ich es thun, jetzt in den Tagen des Unglücks ſollte ich ihm den Arm entziehen, auf den allein er ſich noch ſtützen kann? Jetzt ſollte ich, treulos meinem Schwur, ohne Ehrfurcht vor meiner Ver⸗ gangenheit, ohne Scheu vor dem Urtheil Gottes und der Welt die Bande zerreißen, die mich an ſein Unglück binden? Sollte meinen Ge⸗ mahl, den Vater meines Sohnes, allein, vielleicht flüchtig und ver⸗ bannt in der Fremde umherſchweifen laſſen, während ich am Hofe meines königlichen Vaters ein bequemes und glänzendes Leben führte? Aber das würde heißen, meine Vergangenheit entehren und Schande auf mein Haupt wälzen. Die Welt würde mir dann nicht glauben können, daß ich die angetraute Gemahlin des Königs Jerome geweſen, ſondern ſie würde mich für eins dieſer verlornen, ehrloſen Mädchen halten, welche bei ihrem unlegitimen Liebhaber bleiben, ſo lange er glücklich und reich genug iſt, ihnen ein üppiges und glänzendes Leben
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