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oft und ſo ſchmerzlich an ſeinen Vater erinnert hatte, ihre Hand mit dem Bougquet von ihrem Antlitz fort, und ſeine großen blauen Augen feſt auf ſie richtend, fragte er mit ernſter, faſt zürnender Stimme: Mama, haſt Du Deinen Papa Kaiſer gar nicht mehr lieb?
Ja, gewiß, mein Sohn, ſagte die Kaiſerin raſch und leiſe, ich habe ihn noch lieb, und ich werde niemals die ſchönen Tage vergeſſen, welche ich in Frankreich verlebt habe.
Das Kind ſchien nur den erſten Theil der Antwort ſeiner Mutter gehört zu haben, und blickte ſinnend und mit jenem tiefen Ernſt, der ſo oft das Antlitz der Kinder gleichſam verſteinert, vor ſich hin.
Mama, rief er auf einmal, wie aus tiefen Gedanken erwachend, Mama, wenn Du meinen Papa Kaiſer lieb haſt, warum biſt Du als⸗ dann nicht bei ihm?
Mein Kind, ſagte Marie Louiſe ſeufzend, ich darf nicht zu dem Kaiſer gehen. Mein Vater hat es mir nicht erlaubt, mein Vater be⸗ fiehlt, daß ich hier bei ihm bleibe, und Du weißt wohl, die Kinder müſſen immer ihren Eltern gehorſam ſein.
Ja, rief Napoleon, ſo lange ſie noch ſo klein ſind, wie ich es bin, dann müſſen ſie gehorſam ſein, wie ich es auch bin. Denn wenn ich Dir nicht gehorſam wäre, Mama, ſo wäre ich ſchon lange hier fort⸗ gelaufen, wo es mir gar nicht gefällt, und wäre zu meinem Papa Kaiſer gelaufen, wo es mir gewiß ſehr gut gefallen würde. Kleine Kinder müſſen ihren Eltern gehorchen, und darum bleibe ich hier, aber große Damen müſſen ihrem Vater nicht gehorchen, wenn er ihnen etwas befiehlt, was Unrecht iſt.
Und wer ſagt denn, daß mir mein Vater etwas befiehlt, was Un⸗ recht iſt? fragte die Kaiſerin in gereiztem Ton.
Es ſagt es mir Niemand, ſagte der Knabe ſinnend, aber ich ſelber habe es mir ſo nachgedacht, ſeit ich geſtern den Herrn von Meneval mit meiner lieben Quiou von dem ſchönen Brief ſprechen hörte, den meine Tante Jerome an ihren Vater geſchrieben hat. Siehſt Du, Mama, die Tante Jerome, die hat auch nicht ihrem Vater gehorſam ſein wollen, und als der befohlen hat, ſie ſolle den Oncle Jerome ver⸗ laſſen und wieder zu ihrem Vater kommen, da hat ſie geſagt: nein, ich


