Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 2. Band (1859)
Entstehung
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erfüllt, wir werden ihm Marie Louiſe und den König von Rom wieder zugeführt haben! Oh, mein Geliebter, laß uns alſo alle unſere Ge⸗ danken, alle unſere Beſtrebungen darauf richten, wie wir den Sohn und die Gemahlin Napoleons von hier entfernen und ſie nach Frank⸗ reich entführen können. Dies ſei unſer Ziel und Streben, und erſt, wenn wir es erreicht haben, dann wollen wir von unſerer Liebe und von unſerm Glück ſprechen!

IV. Der Geburtstag Marie Aouiſens.

Während Wien wiederhallte von dem Jubel der Feſte, während der Congreß ſang, jubelte und tanzte, aber, wie der Fürſt Ligne ge⸗ ſagt, nicht vorwärts ging, lebte Marie Louiſe einſame, trübe Tage zu Schönbrunn. Freilich war auch in dies vereinſamte Schloß zuweilen das laute Geräuſch der Feſte gedrungen, und mehrmals hatte die Kai⸗ ſerin Ludovica, die Veranſtalterin und Ordnerin der kaiſerlichen Feſte, Schloß Schönbrunn mit hineingezogen in ihre Feſt⸗Arrangements. Dann hatte auch Schönbrunn wiedergehallt vom Klange der Muſik, dann hatten die ſtillen düſtern Säle ſich plötzlich mit Glanz und Licht erfüllt, und die Pracht und Herrlichkeit der vergangenen Tage, in denen einſt die Kaiſerin Maria Thereſia in Schönbrunn verweilte, oder in denen der Kaiſer Napoleon auf dieſem Schloß reſidirte, ſchienen ſich für einige Stunden wieder zu erneuern. Aber während dieſer Stunden mußte die Kaiſerin Marie Louiſe ſich in das Innerſte ihrer Gemächer zurückziehen, denn noch widerſtand es ihrem Gefühl, bei dieſen Feſten ſich zu zeigen und in ihrer zweifelhaften Stellung, nicht mehr Kaiſerin, nicht mehr Erzherzogin, und noch nicht anerkannt als Herzogin von Parma, ſich den Souverainen darzuſtellen. Solche Tage der Feſte waren daher für die Kaiſerin Marie Louiſe immer nur Tage der