Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 2. Band (1859)
Entstehung
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weges andeutet. Oh, ich denke, ich werde auf dieſem Wege noch ſehr viele Brillanten und ſehr viel Gold finden! Ich werde ſie finden in dem Vorzimmer meines angebeteten Freundes! Ja, ſein Vorzimmer, das wird der Hafen ſein, in welchem mein Schiff vor Anker geht, und bei Gott, Niemand ſoll mir dieſes Vorzimmer paſſiren, der nicht einen guten Zoll in mein Schiff niederlegt! Oh, ich werde reich werden, das heißt, ich werde eine vornehme, tugendhafte, geachtete Frau wer⸗ den! Ha, ha, welch' eine luſtige Komödie iſt doch das Leben, und wie Unrecht thut man, wenn man es ernſthaft nehmen, und die Poſſe als eine Tragödie herunter ſpielen will! Ich meinestheils werde nicht ſo thöricht ſein! Ich ſpiele fröhlich mit in der Lebenspoſſe und bei Gott, ich will das Publikum ſchon zwingen, mich darin als erſte Liebhaberin auftreten zu laſſen, und mir zu applaudiren! Aber ſtill, höre ich da nicht Schritte über den Corridor daher kommen?

Sie flog zu der Thür hin und horchte. Ja, ſagte ſie, und ein dämoniſches Lächeln glitt über ihr Antlitz hin, ja, ich kenne dieſen Schritt. Er iſt es! Er! Gott, rief ſie, von der Thür in die Mitte des Zimmers zurücktretend, Gott, höre meinen Schwur der Rache, gieb mir die Mittel, dieſen Verräther zu ſtrafen, und

Die Thür flog auf, und mit einem Aufſchrei des Glücks, mit ge⸗ öffneten Armen, flog Friederike dem Eintretenden entgegen.

Willkommen, mein Geliebter, willkommen! Oh, Du Grauſamer, wie lange Du mich heute Dein geliebtes Angeſicht haſt erwarten laſſen!

Und wie lange ich das Deine habe entbehren müſſen, rief er, ſie zärtlich an ſein Herz drückend. Oh, Friederike, wann wird endlich die Zeit kommen, wo wir für immer einander angehören?

Du erſehnſt es alſo wirklich? fragte ſie, das Antlitz von ſeiner Bruſt erhebend, und ihre glühenden Augen auf ihn heftend. Du liebſt mich alſo wirklich?

Ja, Du holde, liebe Zweiflerin, ſagte er lächelnd, ich liebe Dich wirklich! Ich erſehne die Stunde, wo Du meine Gemahlin ſein wirſt, denn in dieſer Stunde wird Frankreich glücklich, wird der Kaiſer heim⸗ gekehrt ſein.

Und wir, ſagte Friederike lächelnd, wir werden unſer Gelübde